Frau mit Husten - Asthma

Wie erkenne ich Asthma und wie behandelt man es?

Wie unsere Atemwege funktionieren

Grafische Darstellung der Atemwege mit Text unterteilt in obere (Nase, Nasennebenhöhlen, Rachenraum) und untere Atemwege (Kehlkopf, Luftröhre, Bronchien, Lunge)..

Um zu verstehen, was bei der Krankheit Asthma im Körper passiert, ist es wichtig zu wissen, wie unser Atmungssystem funktioniert.

Unser Atmungssystem besteht aus den oberen und unteren Atemwegen. Es versorgt uns mit lebenswichtigem Sauerstoff (O2) bei der Einatmung und entsorgt das Abfallprodukt Kohlendioxid (CO2) bei der Ausatmung.

Die oberen Atemwege

Zu den oberen Atemwegen zählen die Nase, die Nasennebenhöhlen sowie der Rachenraum.
Durch die Nase gelangt die Luft in den Körper. Die Schleimhaut der Nase ist mit feinen Härchen, dem Flimmerepithel, ausgestattet. Hier wird die Atemluft gefiltert, erwärmt und befeuchtet.
Außerdem ist die Nase unser Riechorgan. Gerade bei Schnupfen wird deutlich spürbar, wenn die Nase ihren üblichen Aufgaben nicht nachkommen kann. Über die Nasennebenhöhlen ist die Nase mit dem Rachen verbunden.

Die unteren Atemwege

Zu den unteren Atemwegen gehören der Kehlkopf, die Luftröhre, die Lunge und die Bronchien. Im Kehlkopf sitzen die Stimmbänder, und hier befindet sich außerdem der Übergang von den oberen zu den unteren Atemwegen. An den Kehlkopf schließt die Luftröhre an. Sie ist ein etwa zwölf Zentimeter langer biegsamer Schlauch, der in die Bronchien mündet. Die Bronchien sind ein Teil des Röhrensystems der Lunge, das als Leitsystem für die Atemluft dient. Das Bronchialsystem kann man sich vorstellen wie ein auf dem Kopf stehender Baum. Den Stamm bildet die Luftröhre, davon zweigen zwei dicke, kurze Äste, nämlich der linke und der rechte Hauptbronchus, in je einen Lungenflügel ab.

Es folgen zahlreiche weitere Verästelungen, welche die gesamte Lunge ausfüllen und schließlich in die mikroskopisch feinen Lungenbläschen (Alveolen) münden. Hier wird der eingeatmete Sauerstoff ins Blut abgegeben, damit dieser die Organe versorgen kann. Hier findet der Gasaustausch zwischen Atemluft und Blut statt. Etwa 300 Millionen Lungenbläschen sorgen für die Sauerstoffversorgung unseres Körpers.

Was ist Asthma eigentlich?

Asthma bronchiale ist eine chronische, das heißt andauernde, entzündliche Erkrankung der Atemwege. Die Atemwege (Bronchien) reagieren überempfindlich auf bestimmte Reize und sind zeitweise verengt. Mediziner sprechen hier von einer bronchialen Hyperreagibilität. Typische Beschwerden bei Asthma sind:

  • Pfeifende Atmung
  • Husten
  • Engegefühl in der Brust
  • Kurzatmigkeit
  • Atemnot, die vor allem nachts oder in den frühen Morgenstunden auftritt.
Grafische darstellung einer Lunge mit separater Zeichnung zweier Bronchien. Einmal normal, einmal mit Asthma, verengt und entzündet.

Jeder 20. Erwachsene und jedes zehnte Kind erkranken an Asthma. Es ist die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter. Warum manche Menschen Asthma entwickeln und andere nicht, ist nicht vollständig geklärt. Es ist bekannt, dass sowohl erbliche Faktoren als auch Umgebungsfaktoren eine Rolle spielen. Je nach Auslöser unterscheidet man folgende Asthma-Formen:

  • Allergisches Asthma
  • Eosinophiles Asthma
  • Mischformen

Eosinophiles Asthma

Beim eosinophilen Asthma kommt es zu Immunabwehrreaktionen, diese werden aber nicht durch Allergene, sondern durch andere Auslöser, wie z.B. virale Infekte, Medikamente, Chemikalien oder Umweltgifte, hervorgerufen.

Mischformen

Häufig liegen Mischformen zwischen allergischem und eosinophilem Asthma vor. Eine Unterscheidung ist nicht immer einfach, da die Betroffenen meist gleichermaßen auf unspezifische Auslöser, wie z.B. kalte Luft, Nebel, Zigarettenrauch oder starke Düfte, mit asthmatischen Beschwerden reagieren. Diese Auslöser verursachen aber nicht das Asthma, sie stoßen es nur an.

Zahlen und Fakten zu Asthma

Asthma kommt überall auf der Welt vor und betrifft Menschen in Entwicklungs- und Industrieländern gleichermaßen. Laut Global Asthma Report 2018 leiden weltweit über 339 Millionen Menschen unter Asthma.

Die chronische Erkrankung kommt generell häufiger bei Frauen vor als bei Männern. In Europa gibt es nahezu zehn Millionen Asthmatiker, die jünger als 45 Jahre sind. Etwa zehn Prozent der erwachsenen Asthmatiker haben ein schweres Asthma, das sich nur schwierig behandeln lässt. Asthma kann in jeder Lebensphase vorkommen, tritt aber vorwiegend im Kindesalter auf und ist bei Kindern auch die häufigste chronische Erkrankung.

Faktische Übersichtskarte der Welt mit grafisch dargestellten Informationen in Textform über Asthma in Deutschland.

Wie wird Asthma festgestellt?

Erste Hinweise auf eine Asthma-Erkrankung erhalten Ärzte meist bereits durch die Schilderung der typischen Beschwerden und der Krankengeschichte. Erhärtet sich der Verdacht bei der körperlichen Untersuchung, wird eine Lungenfunktionsdiagnostik durchgeführt. Dabei wird unter anderem getestet, wie viel Luft aus der Lunge durch die Bronchien nach außen gelangt. Dies kann mit folgenden Methoden gemessen werden:

Peak-Flow-Meter

Die Peak-Flow-Messung kann zu Hause mit dem sogenannten Peak-Flow-Meter gemacht werden. Damit wird der „Peak Expiratory Flow“ (PEF) bestimmt, also wie der maximale Luftausstrom aus der Lunge ist.

Spirometrie („Kleine Lungenfunktion“)

Die Spirometrie dient zur Messung des Lungen- bzw. Atemvolumens und der Luftflussgeschwindigkeit, und kann nur beim Arzt durchgeführt werden. Bei der Untersuchung atmet der Patient über ein Mundstück in das Spirometer. Dabei wird die Nase mit einer Klammer verschlossen.

Bodyplethysmographie („Große Lungenfunktion“)

Die Bodyplethysmographie wird meist beim Facharzt durchgeführt. Bei dieser Lungenfunktionsmessung sitzt der Patient in einer speziellen Glaskabine. Es wird über die einfache Spirometrie hinaus noch das komplette Lungenvolumen und der Atemwegswiderstand bestimmt. Damit erhält der Arzt gerade auch für Patienten, denen die Durchführung einer Spirometrie Schwierigkeiten bereitet, wichtige diagnostische Hinweise.

Belastungs- bzw. Provokationstest

Häufig sind die Patienten beschwerdefrei, wenn sie zum Arzt kommen. Daher hat der Arzt die Möglichkeit die Verengung der Atemwege gezielt durch verschiedene Reize, wie z.B. körperliche Belastung oder Inhalation von Histamin, auszulösen, um so die Reizbarkeit der Atemwege (Hyperreagibilität) zu testen.

Bronchospasmolysetest

Bei Patienten mit Atemwegsproblemen und verengten Atemwegen (mittels Spirometrie oder PEF festgestellt) wird im Rahmen der Asthmadiagnostik geprüft, ob sich diese Verengung medikamentös auflösen lässt (Lyse). Hierzu erhält der Patient ein bronchienerweiterndes Medikament vor einer erneuten Spirometrie. Das Medikament bewirkt bei Asthmatikern typischerweise eine Verbesserung der Werte.

Stickstoffmonoxid-Messung (FeNO)

Bei Asthma liegt eine Entzündung der Atemwege vor. Lungenfunktionsmessungen lassen aber nur wenig Rückschlüsse auf das Ausmaß der zugrundeliegenden Entzündungsreaktion zu.

Ein Maß für die Atemwegsentzündung ist die Menge an Stickstoffmonoxid (NO) in der Ausatemluft (FeNO). Bei der FeNO-Messung atmet der Patient über ein Mundstück in ein Messgerät. Die Messung ist schnell, einfach und nicht belastend. Sie kann in der Arztpraxis oder zu Hause durchgeführt werden. Die Erfahrung hat zudem gezeigt, dass eine drohende Verschlechterung mit ansteigenden FeNO-Werten früher zu erkennen ist als mit den anderen genannten Methoden.

Wie wird Asthma behandelt?

Trotz intensiver Forschung ist Asthma nicht heilbar. Dennoch ist die Krankheit mit Medikamenten heute gut behandelbar. Vorbeugende Maßnahmen sind, nicht zu rauchen, Allergieauslöser zu meiden und sich regelmäßig zu bewegen.

Das Ziel der Behandlung ist es, eine bestmögliche Asthmakontrolle mit so wenig Medikamenten wie möglich zu finden. Falls eine regelmäßige Therapie aufgrund asthmatischer Beschwerden erforderlich sein sollte, bilden inhalative Kortikosteroide die Basis der Langzeittherapie. Entzündungshemmende Medikamente müssen regelmäßig und längerfristig eingenommen werden, weil sich die Überempfindlichkeit der Bronchien nur langsam zurückbildet. Der wirksamste entzündungshemmende Wirkstoff ist das „Kortison“. Es wird meist als Spray oder Pulver eingeatmet. Auf diese Weise gelangt es schnell an den gewünschten Wirkungsort, nämlich direkt in die Atemwege. Bei schwerem Asthma oder Asthmaanfällen ist es manchmal nötig, auf „Kortison-Tabletten“ zurückzugreifen.

Seitliche Darstellung eines Jungen, der draußen auf einer grünen Wiese ein Asthma-Spray verwendet.

Als Notfallmedikamente bei plötzlicher Atemnot helfen rasch wirksame Beta-Sympathomimetika, die schnell und zuverlässig die Bronchien erweitern. Auch Biologika können bei der Therapie helfen, sowohl bei schwerem allergischem Asthma als auch bei eosinophilen Asthma. Biologika sind gentechnisch hergestellte Arzneistoffe, die aus oder mit Hilfe biologischer Organismen hergestellt werden. Dazu zählen z.B. Antikörper, die gegen bestimmte Entzündungsbotenstoffe wirken können.

Welche Medikamente bei Ihnen am besten wirksam sind, wird Ihr Arzt mit Ihnen besprechen. Es kann sein, dass die Therapie je nach Jahreszeit oder Gesundheitszustand angepasst und verändert werden muss.

Wie kann mir die FeNO-Messung bei der Behandlung helfen?

Asthma ist eine vielschichtige Erkrankung, die durch eine chronische Entzündung der Atemwege charakterisiert ist. Unterschiedliche Diagnoseverfahren können dabei helfen, Asthma festzustellen und zu charakterisieren. Eine neuere Methode stellt die FeNO-Messung dar. Sie ist insbesondere bei allergischem Asthma aussagekräftig und ermöglicht den Nachweis einer Entzündung der unteren Atemwege.

Das Stickstoffmonoxid (NO), das bei dieser Messung in der Ausatemluft gemessen wird, entsteht bei einer Entzündung der Atemwege. Es besteht ein Zusammenhang zwischen der NO-Konzentration in der Ausatemluft und dem Ausmaß der Atemwegsentzündung. Je höher der NO-Gehalt, desto schwerwiegender die Entzündung.

Die FeNO-Messung dient nicht nur dem Arzt als hilfreiche Methode, um die Diagnose Asthma zu stellen. Sie kann auch Ihnen bei der Kontrolle Ihrer Krankheit wertvolle Hilfe leisten.

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