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Was ist Asthma?

Eine Frau bentutzt einen Inhalator in ihrer Hand.

1. Was ist eigentlich Asthma?

Bei Asthma handelt es sich um eine chronische entzündliche Erkrankung der Atemwege. Die Beschwerden sind nicht permanent vorhanden, sondern treten anfallsartig auf. Bei einem Asthmaanfall reagieren die Atemwege (Bronchien) überempfindlich auf bestimmte Reize und verengen sich zeitweise. Die Schleimhäute, mit denen die Bronchien ausgekleidet sind, schwellen an. Das erschwert das Ein- und Ausatmen. Darüber hinaus wird oft auch zäher Schleim produziert, der die Atmung zusätzlich behindert. Mediziner sprechen hier von einer sogenannten bronchialen Hyperreagibilität, die mit typischen Beschwerden einhergeht.

Grafik - Was ist eigentlich Asthma

Nach einem Asthmaanfall verringern sich die Symptome typischerweise ganz oder zumindest teilweise. Dies kann spontan geschehen oder aber durch Einnahme von speziellen Medikamenten ausgelöst werden.

Weiterführende Informationen:
Wie unsere Atemwege funktionieren

1.1 Asthma, eine Volkskrankheit

Asthma kann in jedem Alter auftreten, vorwiegend jedoch im Kindesalter. Der Deutsche Allergie und Asthmabund schätzt, dass 8 Millionen Menschen1 allein ein Deutschland an Asthma leiden, weltweit liegt die Zahl bei über 330 Millionen2 Betroffenen. Auch wenn die Sterblichkeit bei Asthma relativ gesehen gering ist, so kann die Erkrankung unbehandelt einen ganz erheblichen negativen Einfluss auf die Lebensqualität des einzelnen Betroffenen haben.

Faktische Übersichtskarte der Welt mit grafisch dargestellten Informationen in Textform über Asthma in Deutschland.

Umso wichtiger ist die richtige Diagnose und die anschließende individuelle Therapie mit regelmäßiger Verlaufskontrolle. So können Asthmaanfälle vermieden oder zumindest deren Stärke deutlich reduziert werden.

2. Die verschiedenen Formen von Asthma

Die Frage, warum manche Menschen an Asthma erkranken, ist nicht vollständig geklärt. Es spielen sowohl erbliche wie auch Umweltfaktoren eine Rolle.

Grundsätzlich werden in Abhängigkeit von den Auslösern drei verschieden Formen von Asthma unterschieden:

  • Das allergische Asthma, auch extrinsisches Asthma genannt
  • Das nichtallergische Asthma, auch intrinsisches oder eosinophiles Asthma genannt
  • Die verschiedenen Mischformen aus beiden

Das allergische Asthma wird durch an sich harmlose Stoffe wie Pollen, Tierhaare, bestimmte Nahrungsmittel oder Hausstaub ausgelöst. Dabei überreagiert das körpereigene Immunsystem auf die Allergene und löst so einen Asthmaanfall aus. Auch berufsbedingtes Asthma, wie zum Beispiel das durch eine Mehlstauballergie ausgelöste Bäckerasthma, zählt dazu.

Beim nichtallergischen Asthma wird der Asthmaanfall durch eher unspezifische Reize ausgelöst. Dazu gehören unter anderem spezielle Medikamente wie Schmerzmittel, Lösungsmittel, kalte Luft, Stress oder Infektionen der Atemwege. Auch körperliche Anstrengung kann einen Asthmaanfall auslösen. Dann spricht man von einem Belastungsasthma.

Häufig liegen Mischformen zwischen allergischem und nichtallergischem Asthma vor. Die Unterscheidung ist nicht immer einfach. Die Betroffenen reagieren gleichermaßen auf bestimmte Allergene wie auch auf unspezifische Auslöser mit asthmatischen Beschwerden.

Mehr erfahren Sie hier:
Asthma und Allergien
Eosinophiles Asthma

3. Typische Asthma-Symptome

Die typischen Asthma-Symptome sind nicht ständig vorhanden. Zwischen asthmatischen Beschwerden oder Anfällen liegt in den meisten Fällen eine beschwerdefreie Zeit. Nur bei einem schweren Krankheitsverlauf leiden Asthmatiker auch zwischen zwei Anfällen unter Atemnot und Husten.

Zu den typischen Asthma-Symptomen zählen

  • Kurzatmigkeit
  • Atemnot
  • Starker, meist trockener Reizhusten
  • Bei chronischem Verlauf produziert der Körper auch zähen Schleim
  • Engegefühl in der Brust
  • Mühsames Ausatmen
  • Hörbare pfeifende Geräusche beim Ausatmen, auch „Giemen“ genannt
  • Unruhe und Angst, damit einhergehende hohe Herzfrequenz
  • Mangelnde Sauerstoffversorgung, die zu Blaufärbung von Fingernägeln und Lippen führt
  • Verschlimmerung der Symptome in der Nacht

Charakteristisch für Asthma ist die schnelle Linderung bis hin zum völligen Verschwinden der Atemnot durch die Gabe spezieller Notfallmedikamente. Sie werden im Allgemeinen zum Inhalieren als Spray angeboten.

4. Ursachen von Asthma und Auslöser von Asthmaanfällen

Die Ursachen von Asthma sind bisher nicht vollständig geklärt. Mit Sicherheit spielt eine Kombination aus erblicher Vorbelastung und Umwelteinflüssen eine tragende Rolle bei der Entwicklung der Erkrankung.

In Abhängigkeit davon, ob es sich um allergisches Asthma, nichtallergisches Asthma oder eine Mischform aus beiden handelt, gibt es ganz unterschiedliche Auslöser für einen Asthmaanfall.

Asthma durch Allergie

Die Ursache für ein allergisches Asthma ist eine Allergie. Dabei handelt es sich um eine Überreaktion des Immunsystems auf ein Allergen, wie zum Beispiel Blütenpollen. Aber auch Hausstaub-Milben, Schimmelpilze, Nahrungsmittel wie Mehl oder Nüsse, Medikamente oder Tierhaare können bei entsprechender Disposition allergische Reaktionen auslösen und einen Asthmaanfall provozieren.

Unspezifische Auslöser

Nichtallergisches Asthma beginnt meistens im Erwachsenenalter, oft nach einer Infektion der Atemwege. Hier können das Wetter und klimatische Veränderungen wie Nebel und Kälte, Tabakrauch, körperliche Anstrengungen oder Stress Auslöser für Asthmabeschwerden sein.

5. Risikofaktoren für Asthma – welche gibt es?

Eine schwangere Frau hat eine Zigarette zwischen den Lippen und ist kurz davor, diese mit einem brennenden Feuerzeug in ihrer Hand anzuzünden.
Rauchen in der Schwangerschaft steigert das Asthma-Risiko beim Kind

Die Ursachen, warum ein Mensch Asthma entwickelt, sind in den meisten Fällen durch das persönliche Umfeld und / oder genetisch bedingt. Neben diversen Auslösern am Arbeitsplatz und Zuhause kann übertriebene Hygiene die Entwicklung von Asthma begünstigen. Ein statistisch signifikanter Zusammenhang scheint auch zwischen Rauchen in der Schwangerschaft und der Entwicklung von Asthma beim Kind zu bestehen. 1,2

Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass in manchen Familien aufgrund genetischer Dispositionen Allergiker und Asthmatiker gehäuft vorkommen. Auch wer bereits an Heuschnupfen oder Neurodermitis erkrankt ist - beide gelten als allergische Erkrankungen - hat eine deutlich erhöhte Wahrscheinlichkeit, ein Asthma zu entwickeln.

6. Wie wird Asthma diagnostiziert?

Asthma ist eine sehr vielschichtige Erkrankung. Sowohl Ausprägung als auch Auslöser können sehr unterschiedlich sein. Daher sind umfangreiche Tests und Untersuchungen nötig, um die Krankheit aus ärztlicher Sicht individuell einordnen zu können.

Neben einem ausführlichen Patientengespräch zur Krankengeschichte, der Anamnese, gehört zur Diagnosestellung auch die gründliche körperliche Untersuchung. Das Abhören der Lunge wie auch das Abklopfen des Brustkorbs sind dabei klassische Untersuchungsmethoden. Anhand des Klopfschalls kann der Arzt zum Beispiel feststellen, ob zu viel Luft in der Lunge verbleibt.

Hinzu kommen verschiedene Lungenfunktionstests, Röntgenuntersuchungen des Brustkorbs sowie Blut- und Allergietests.

Gängige Lungenfunktions-Tests zur Diagnose und Verlaufskontrolle von Asthma:

Eine Frau mit grauem Haar pustet in einen Peak-Flow-Meter. Hinter ihr steht ein Mann mit Stethoskop in der Hand.
Spirometrie - der kleine Lungenfunktionstest
  • Bodyplethysmographie – der große Lungenfunktionstest
  • Stickstoffmonoxid-Messung (FeNO-Messung)
  • Spirometrie – der kleine Lungenfunktionstest
  • Belastungs- bzw. Provokationstest
  • Bronchospasmolysetest 

Mehr Informationen zu den Diagnosemöglichkeiten:
Diagnose und Verlaufskontrolle

7. Behandlung und Verlaufsprognose bei Asthma

Wird ein Asthma frühzeitig diagnostiziert und behandelt, können Betroffene in der Regel einigermaßen beschwerdefrei und lange damit leben. Wichtig ist dabei, dass der Asthmatiker selbst zum Experten für seine Krankheit wird und gemeinsam mit dem behandelnden Arzt ein möglichst durchgängiges Asthma-Management betreibt. Denn bleibt das Asthma unbehandelt, ist meist mit dauerhaften Lungenschäden zu rechnen. Im schlimmsten Fall können unkontrollierte Asthmaanfälle zum Tode führen. Eine gutes Asthma-Management kann dies verhindern.

7.1 Langzeittherapie mit Kortison

Ein Junge hält einen Inhalator mit Spacer an seinen Mund.

Obwohl Asthma gegenwärtig nicht heilbar ist, gibt es sehr wirkungsvolle Asthma-Medikamente. In den meisten Fällen wird die Inhalation von Kortison als Basis für die Langzeittherapie eingesetzt. Inhalatives Kortison wirkt lokal und hemmt Entzündungsprozesse in den Atemwegen. Es hat sich auch zur Vorbeugung von Asthmaanfällen bewährt.

Eine Reihe von Nebenwirkungen können allerdings auftreten, wie zum Beispiel Pilzbefall im Mund (Mundsor), Reizungen des Rachenraums und Heiserkeit. Auch wenn die beschriebenen Nebenwirkungen im Verhältnis zum Nutzen als nicht gravierend einzustufen sind, ist die Einnahme einer möglichst geringen Dosis stets sinnvoll und fördern durch Vermeidung von Nebenwirkungen auch die Therapietreue der Patienten. Das aktive Asthmamanagement über die FeNO-Messung kann auch zur Verringerung der Medikamentendosis beitragen.

7.2 Notfallmedikamente bei akutem Asthma-Anfall

Eine Blisterfolie mit Tabletten, einzelne, rosa Tabletten und ein Inhalator.

Asthma-Anfälle können plötzlich zu akuter Atemnot führen. Hierfür gibt es Medikamente, die in kürzester Zeit wirken und die bedrohlichen Symptome des Anfalls rasch lindern. Als Notfallmedikamente bei plötzlicher Atemnot helfen rasch wirksame Beta-Sympathomimetika. Diese Wirkstoffe wirken nicht direkt auf die Atemwegs-entzündung, sondern lösen über das zentrale Nervensystem eine Entspannung der Muskulatur in den Bronchialwänden aus. So kommt es innerhalb weniger Minuten zur Erweiterung der Bronchien. Die Wirkung hält meist einige Stunden an.

Die Kombination einer langfristigen Behandlung der Entzündung mit bedarfsorientierter Akut-Medikation ermöglicht Asthmatikern ein fast normales Leben. Entscheidend ist die richtige Dosierung der Medikamente, die im Rahmen eines effizienten Asthma-Managements ständig kontrolliert und angepasst werden muss. Wird das Asthma also adäquat behandelt, können dauerhafte Lungenschäden meist vermieden werden.

8. Asthmakontrolle und effektives Asthma-Management

Asthmakontrolle und effektives Asthma-Management
Asthmamanagement: Kontinuierliche Heimmessung und regelmäßige Abstimmung des Therapieplans mit dem Arzt

Um als Asthmatiker möglichst symptomfrei leben zu können, ist die exakte Diagnose, Therapie und Schulung des Patienten ein Muss. Nur dieser Dreiklang führt zu einem effizienten Asthmamanagement und einer erfolgreichen Verlaufskontrolle der Erkrankung.

Regelmäßige Kontrollen beim behandelnden Arzt dienen dazu, den Krankheitsverlauf zu überwachen und bei Bedarf die Medikation anzupassen.

8.1 Aktive Einbindung des Patienten in das Asthmamanagement

Für ein optimales Asthma-Management ist die aktive Mitarbeit des Patienten unverzichtbar. Der Arzt kann bei den Kontrollterminen in der Praxis nur den tagesaktuellen Asthma-Zustand ermitteln. Tägliche Schwankungen, die zuhause auftreten, können nur mit Hilfe eines Asthma-Protokolls durch den Patienten erfolgen. Dabei spielt die kontinuierliche Dokumentation der sich im Verlauf der Erkrankung verändernden Lungenfunktions- und weiterer Messwerte eine zentrale Rolle. Digitale Messgeräte und Asthma-Apps erleichtern dem Asthmatiker die Aufzeichnung der Werte erheblich.

Messung der Werte
Protokollieren der tagesaktuellen Messwerte mit der Vivatmo app

Die Werte werden möglichst täglich in einem sogenannten Asthma-Tagesbuch aufgezeichnet. Darin wird die Entwicklung der Erkrankung über einen langen Zeitraum festgehalten.

So bekommt der Arzt auch außerhalb der Kontrolltermine einen guten Überblick über den Asthma-Status und wie belastend sich die Asthma-Symptome auf den Alltag des Patienten auswirken.

8.2 Messung des FeNO-Wertes als Teil eines optimalen Asthma-Managements

Interpretationstabelle untergliedert in die Spalten normal, erhöht, hoch und die Zeilen FeNO, Symptome während der letzten 6 Wochen, Symptome vorhanden, keine Symptome.
Der FeNO-Wert gibt Aufschluss über das Ausmaß der Entzündung der Atemwege

Um den akuten Entzündungszustand schnell und zuverlässig zu ermitteln, hat sich unter anderem die Messung des sogenannten FeNO-Wertes etabliert. Dabei wird die Konzentration an Stickstoffmonoxid (NO) in der Ausatemluft gemessen. Der FeNO-Wert spiegelt den Entzündungsgrad in den unteren Atemwegen wider. NO ist demnach ein zuverlässiger Biomarker, um das Ausmaß der Entzündung in den Atemwegen festzustellen: Je höher der FeNO-Wert, umso stärker ist die Entzündung. Der wesentliche Vorteil der FeNO-Messung im Alltag des Patienten ist es, dass eine Verschlimmerung der Entzündung bereits vor spür- und messbaren Asthma-Symptomen erkennbar wird und so frühzeitig entgegengesteuert werden kann.

Das Wissen um den aktuellen FeNO-Wert hilft dem behandelnden Arzt so bei der kurz- und langfristigen Optimierung der individuellen Medikamenten-Dosierung. Die dauerhafte Überwachung und Behandlung der Entzündung bei einem optimal eingestellten Asthma kann den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen.

Ein einfach zu bedienendes Gerät zur Messung des FeNO-Wertes ist das Vivatmo me. Es ist das weltweit erste FeNO-Messgerät für zu Hause und für unterwegs. Dabei wird der FeNO-Wert in der Ausatemluft in wenigen Sekunden ermittelt.

Durch die engmaschig durchführbare Kontrolle des FeNO-Wertes lässt sich die Medikamentengabe in Absprache mit dem behandelnden Arzt nach dem anerkannten Grundsatzanpassen: soviel wie nötig und so wenig wie möglich. Die Messung durch Vivatmo me unterstützt Asthmatiker dabei, ihre Tagesform besser einzuschätzen und den Alltag entsprechend planen zu können. Gemeinsam mit der Vivatmo app wird das Gerät zum perfekten elektronischen Asthma-Tagebuch.

Mehr zur Asthmatherapie und zur Bedeutung des FeNO-Wertes:
FeNO-Messung

8.3 Die Peak-Flow-Messung

Die Peak-Flow-Messung wird mit dem Peak-Flow-Meter durchgeführt. Es misst die Geschwindigkeit, mit der die Luft beim Ausatmen aus der Lunge ausströmt. Je entzündeter und verengter die Bronchien sind, umso langsamer fließt die Luft aus den Lungen. Indem der Patient ein Peak-Flow-Protokoll führt, hat er einen Überblick über die Veränderungen im Tagesverlauf. Im Vergleich zur FeNO-Messung misst das Peak-Flow-Meter vor allem die Auswirkungen der Entzündung auf die Atemwege und ist abhängig von der korrekten Benutzung des Gerätes. Die Peak-Flow-Messung ermöglicht einen indirekten Rückschluss auf das Entzündungsgeschehen.

8.4 Ein gesunder Lebensstil hilft

Gesunde Lebensmittel.
Mit gesunder Ernährung kann Asthma vorgebeugt werden

Zusätzlich kann jeder Asthmatiker durch einen gesunden Lebensstil mit ausreichend Bewegung und Sport, gesunder Ernährung, ausreichend Schlaf und Vermeidung von übermäßigem Stress der Krankheit entgegenwirken. Besondere Atemtechniken helfen bei Atemnot, ruhiger zu atmen. Spezielle Atemgymnastikübungen helfen die Atemmuskulatur zu stärken. Darüber hinaus gilt es, alle bekannten Auslöser für einen Asthmaanfall soweit als möglich zu meiden.

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1 S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit Asthma
2 Dezateux C. Stocks J. Dundas I et al. Impaired airway function and wheezing in infancy: the influence of maternal smoking and a genetic predisposition to asthma. Am J Respir Crit Care Med 1999; 159: 403-410