Allergisches Asthma

Ursachen, Diagnose und Therapie

Was ist Asthma eigentlich?

Lunge allergisches Asthma

Asthma bronchiale ist eine chronische, das heißt andauernde, entzündliche Erkrankung der Atemwege. Die Atemwege (Bronchien) reagieren überempfindlich auf bestimmte Reize und sind zeitweise verengt. Mediziner sprechen hier von einer bronchialen Hyperreagibilität. Typische Beschwerden bei Asthma sind:

  • Pfeifende Atmung
  • Husten
  • Engegefühl in der Brust
  • Kurzatmigkeit
  • Atemnot, die vor allem nachts oder in den frühen Morgenstunden auftritt

Jeder zwanzigste Erwachsene und jedes zehnte Kind erkranken an Asthma. Es ist die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter. Warum manche Menschen Asthma entwickeln und andere nicht, ist nicht vollständig geklärt. Es ist bekannt, dass sowohl erbliche Faktoren als auch Umgebungsfaktoren eine Rolle spielen. Je nach Auslöser unterscheidet man folgende Asthma-Formen:

  • Allergisches Asthma
  • Nicht-allergisches Asthma
  • Mischformen

Nicht-allergisches (intrinsisches) Asthma

Beim nicht-allergischen Asthma kommt es ebenfalls zu Immunabwehrreaktionen, diese werden aber nicht durch Allergene, sondern durch andere Auslöser, wie z.B. virale Infekte, Medikamente, Chemikalien oder Umweltgifte, hervorgerufen.

Mischformen

Häufig liegen Mischformen zwischen allergischem und nicht-allergischem Asthma vor. Eine Unterscheidung ist nicht immer einfach, da die Betroffenen meist gleichermaßen auf unspezifische Auslöser, wie z.B. kalte Luft, Nebel, Zigarettenrauch oder starke Düfte, mit asthmatischen Beschwerden reagieren. Diese Auslöser verursachen aber nicht das Asthma, sie stoßen es nur an.

Wo kommt Asthma vor?

Zahlen und Fakten

Asthma kommt überall auf der Welt vor und betrifft Menschen in Entwicklungs- und Industrieländern gleichermaßen. Laut Global Asthma Report 2018 leiden weltweit über 339 Millionen Menschen unter Asthma.

Asthma kommt generell häufiger bei Frauen vor als bei Männern. In Europa gibt es nahezu 10 Millionen Asthmatiker, die jünger als 45 Jahre sind. Etwa 10% der erwachsenen Asthmatiker haben ein schweres Asthma, das sich nur schwierig behandeln lässt. Asthma kann in jeder Lebensphase vorkommen, tritt aber vorwiegend im Kindesalter auf und ist bei Kindern auch die häufigste chronische Erkrankung.

Asthma Fakten

Wie wird Asthma festgestellt?

Erste Hinweise auf eine Asthma-Erkrankung erhalten Ärzte meist bereits durch die Schilderung der typischen Beschwerden und der Krankengeschichte. Erhärtet sich der Verdacht bei der körperlichen Untersuchung, wird eine Lungenfunktionsdiagnostik durchgeführt. Dabei wird unter anderem getestet, wie viel Luft durch die Bronchien gelangt. Dies kann mit folgenden Methoden gemessen werden:

Peak-Flow-Meter
Die Peak-Flow-Messung kann zu Hause mit dem sogenannten Peak-Flow-Meter gemacht werden. Damit wird der „Peak Expiratory Flow“ (PEF) bestimmt, also wie der maximale Luftausstrom aus der Lunge ist.

Spirometrie („Kleine Lungenfunktion“)
Die Spirometrie dient zur Messung des Lungen- bzw. Atemvolumens und der Luftflussgeschwindigkeit und kann nur beim Arzt gemacht werden. Bei der Untersuchung atmet der Patient über ein Mundstück in das Spirometer. Dabei wird die Nase mit einer Klammer verschlossen.

Bodyplethysmographie („Große Lungenfunktion“)
Die Bodyplethysmographie wird meist beim Facharzt durchgeführt. Bei dieser Lungenfunktionsmessung sitzt der Patient in einer speziellen Glaskabine. Es wird über die einfache Spirometrie hinaus noch das komplette Lungenvolumen und der Atemwegswiderstand bestimmt. Damit erhält der Arzt gerade auch für Patienten, denen die Durchführung einer Spirometrie Schwierigkeiten bereitet, wichtige diagnostische Hinweise.

Belastungs- bzw. Provokationstest
Häufig sind die Patienten beschwerdefrei, wenn sie zum Arzt kommen. Daher hat der Arzt die Möglichkeit die Verengung der Atemwege gezielt durch verschiedene Reize, wie z.B. körperliche Belastung oder Inhalation von Histamin, auszulösen, um so die Reizbarkeit der Atemwege (Hyperreagibilität) zu testen.

Bronchospasmolysetest
Bei Patienten mit Atemwegsproblemen und verengten Atemwegen (mittels Spirometrie oder PEF festgestellt) wird im Rahmen der Asthmadiagnostik geprüft, ob sich diese Verengung medikamentös auflösen lässt (Lyse). Hierzu erhält der Patient ein bronchienerweiterndes Medikament (z.B. Salbutamol) vor einer erneuten Spirometrie. Das Medikament bewirkt bei Asthmatikern typischerweise eine Verbesserung der Werte.

Stickstoffmonoxid-Messung (FeNO)

Bei Asthma liegt eine Entzündung der Atemwege vor. Lungenfunktionsmessungen lassen aber nur wenig Rückschlüsse auf das Ausmaß der zugrundeliegenden Entzündungsreaktion zu.

Ein Maß für die Atemwegsentzündung ist die Menge an Stickstoffmonoxid (NO) in der Ausatemluft (FeNO). Bei der FeNO-Messung atmet der Patient über ein Mundstück in ein Messgerät. Die Messung ist schnell, einfach und nicht belastend. Sie kann in der Arztpraxis oder zu Hause durchgeführt werden.


Wie wird Asthma behandelt?

Trotz intensiver Forschung ist Asthma nicht heilbar. Dennoch ist die Krankheit mit Medikamenten heute gut behandelbar.

Vorbeugende Maßnahmen sind, nicht zu rauchen, Allergieauslöser zu meiden und sich regelmäßig körperlich zu bewegen.

Das Ziel der Behandlung ist es, eine bestmögliche Asthmakontrolle mit so wenig Medikamenten wie möglich zu finden. Falls eine regelmäßige Therapie aufgrund asthmatischer Beschwerden erforderlich sein sollte, bilden inhalative Kortikosteroide die Basis der Langzeittherapie, weil sie die der Erkrankung zugrundeliegende Entzündung behandeln (DGP Asthmaleitlinie). Entzündungshemmende Medikamente müssen regelmäßig und längerfristig eingenommen werden, weil sich die Überempfindlichkeit der Bronchien nur langsam zurückbildet. Der wirksamste entzündungshemmende Wirkstoff ist das Kortison. Es wird meist als Spray oder Pulver eingeatmet. Auf diese Weise gelangt es schnell an den gewünschten Wirkungsort, nämlich direkt in die Atemwege. Bei schwerem Asthma oder Asthmaanfällen ist es manchmal nötig auf Kortisontabletten zurückzugreifen. Als Notfallmedikamente bei plötzlicher Atemnot helfen raschwirksame Beta-Sympathomimetika, die schnell und zuverlässig die Bronchien erweitern.

Welche Medikamente bei Ihnen am besten wirksam sind, wird Ihr Arzt mit Ihnen besprechen. Es kann sein, dass die Therapie je nach Jahreszeit oder Gesundheitszustand angepasst und verändert werden muss.

Atemwege

Allergisches Asthma

Die Ursache des allergischen oder extrinsischen Asthmas ist - wie der Name vermuten lässt - eine Allergie. Bei einer Allergie reagiert das körpereigene Immunsystem übertrieben stark auf an sich harmlose Stoffe. Solche Allergieauslöser oder Allergene können beispielsweise

  • Blüten-/Gräser-/Baumpollen,
  • Tierhaare,
  • Nüsse oder
  • Hausstaubmilben sein.

Die Allergene lösen im Körper eine sogenannte allergische Frühreaktion aus, die mit der vermehrten Bildung von Immunglobulin E (IgE) verbunden ist. Ein erhöhter IgE-Spiegel ist im Blut nachweisbar. Die darauffolgende allergische Spätreaktion kann sich zu einer chronischen Entzündung entwickeln und asthmatypische Beschwerden hervorrufen. Man unterscheidet zwischen saisonalem Asthma und saisonunabhängigem Asthma.

Saisonales allergisches Asthma

Diese Art des Asthmas wird durch eine Pollenallergie hervorgerufen. Die Pollen kommen abhängig vom Pollenflug nur zu einer bestimmten Jahreszeit vor. Außerhalb der Pollensaison treten bei saisonalen Asthmatikern keine Beschwerden auf und auch die Lungenfunktion ist wieder normal.

Saisonunabhängiges allergisches Asthma

Diese Asthmatiker haben ganzjährig Beschwerden, z. B. aufgrund einer Hausstaubmilbenallergie, Schimmelbefall oder Tierhaaren.

Pollen

Wie kann mir FeNO im Umgang mit Asthma helfen?

Asthma ist eine vielschichtige Erkrankung, die durch eine chronische Entzündung der Atemwege charakterisiert ist. Unterschiedliche Diagnoseverfahren können dabei helfen, Asthma festzustellen und zu charakterisieren. Eine neuere Methode stellt die FeNO-Messung dar. Sie ist insbesondere bei allergischem Asthma aussagekräftig und ermöglicht den Nachweis einer allergischen Entzündung der unteren Atemwege.

Das Stickstoffmonoxid (NO), das bei dieser Messung in der Ausatemluft gemessen wird, entsteht bei einer allergischen Entzündung der Atemwege. Es besteht ein Zusammenhang zwischen der NO-Konzentration in der Ausatemluft und dem Ausmaß der Atemwegsentzündung. Je höher der NO-Gehalt, desto schwerwiegender die Entzündung.

Die FeNO-Messung dient nicht nur dem Arzt als hilfreiche Methode, um die Diagnose von Asthma zu stellen. Sie kann auch Ihnen bei der Kontrolle Ihrer Krankheit wertvolle Hilfe leisten.

Quellen:

Lungenärzte im Netz: https://www.lungenaerzte-im-netz.de/krankheiten/asthma-bronchiale/

Lungeninformationsdienst: https://www.lungeninformationsdienst.de/

Deutsch Atemwegsliga e.V.: https://www.atemwegsliga.de

The Global Asthma Network: Global Asthma Report 2018 http://www.globalasthmareport.org/Global%20Asthma%20Report%202018.pdf

Lunge und Gesundheit in Europa- Fakten und Zahlen: https://www.erswhitebook.org/